Vertriebsberatung Schweiz · Vertriebsdiagnose

Vertriebsdiagnose: den Umsatzengpass belegen, bevor Budget fliesst.

Die Führungsfrage lautet: Welche Veränderung im Verkauf verdient als Nächstes Geld und Führungszeit? Eine Vertriebsdiagnose beantwortet sie mit Belegen statt mit der lautesten Meinung im Raum.

Direkte Antwort

Was ist eine Vertriebsdiagnose?

Eine Vertriebsdiagnose ist eine begrenzte, datenbasierte Untersuchung einer Verkaufsorganisation. Sie zeigt, welcher Engpass den Umsatz aktuell am stärksten begrenzt, wie gross seine wirtschaftliche Bedeutung ist und welcher Eingriff als Nächstes sinnvoll ist.

Messwerte, Annahmen und Empfehlungen bleiben dabei getrennt. Am Ende steht eine Entscheidungsvorlage für die Geschäftsleitung, keine Ideensammlung.

Eine Diagnose unterscheidet Symptom und Ursache. Eine tiefe Abschlussquote ist zunächst ein Symptom. Die Ursache kann bei der Zielkundenauswahl liegen, im Angebot, in der Gesprächsführung, im Nachfassen oder in einer Steuerung, die die falschen Zahlen belohnt. Erst wenn diese Erklärungen gegeneinander geprüft sind, lohnt sich eine Massnahme.

Entscheidungshilfe

Wann lohnt sich eine Vertriebsdiagnose?

Eine Diagnose lohnt sich, wenn ein wirtschaftlich relevantes Problem sichtbar ist, seine Ursache aber umstritten oder unbelegt bleibt.

Mehrere Erklärungen konkurrieren
Die Verkaufsleitung sieht ein Leadproblem, das Marketing ein Abschlussproblem, die Geschäftsleitung ein Personalproblem. Eine Diagnose entscheidet mit Daten, welche Erklärung trägt.
Eine grössere Investition steht an
Neues CRM, zusätzliche Verkäufer oder mehr Werbebudget. Vorher lohnt der Nachweis, dass genau dort der Engpass liegt.
Frühere Massnahmen verpufften
Training, Kampagnen oder neue Werkzeuge brachten keine messbare Veränderung. Oft wurde ein Symptom behandelt.
Die Zahlen widersprechen sich
CRM, Finanzsystem und Bauchgefühl erzählen verschiedene Geschichten. Ohne gemeinsame Definitionen ist keine Wirkung prüfbar.

Methodisch erklärt

Die Diagnose-Checkliste.

Die Checkliste folgt den fünf Systemen, die zusammen Umsatz erzeugen. Jeder Prüfpunkt nennt die Leitfrage, den Beleg, der sie beantwortet, und warum der Punkt für die Entscheidung zählt. Sie können die Liste intern verwenden.

Diagnose-Checkliste mit Leitfrage, Beleg und Begründung
System und PrüfpunktLeitfrageBelegWarum es zählt
Daten und Steuerung: DefinitionenMeinen alle dasselbe mit Lead, Chance, Abschlussquote?Schriftliche Definitionen, CRM-Felder, StufenregelnOhne gleiche Definitionen lässt sich keine Veränderung messen.
Daten und Steuerung: AusgangsbasisWelche Werte gelten heute, für welchen Zeitraum?CRM- und Finanzauszug über einen vollständigen Jahreszyklus, mit DatenlückenDie Ausgangsbasis ist der Massstab für jede spätere Wirkung.
Positionierung: ZielkundenfitWie viele Anfragen passen tatsächlich zum Angebot?Anteil qualifizierter Anfragen nach gleichbleibenden KriterienUnpassende Anfragen binden Verkaufszeit und drücken jede Quote.
Angebot: NutzenklarheitKönnen Kunden den Wert ohne lange Erklärung einordnen?Verlustgründe, Angebotsunterlagen, GesprächsnotizenEin unklares Angebot lässt sich durch mehr Aktivität nicht retten.
Prozesse: ReaktionszeitWie lange dauert es von der Anfrage bis zum ersten Kontakt?Zeitstempel im CRM, getrennt nach Kanal und TageszeitSpäte Antworten verlieren Chancen, bevor ein Gespräch stattfindet.
Prozesse: Teilnahme am ErstterminWie viele vereinbarte Termine finden wirklich statt?Termine und Teilnahme je QuelleJeder ausgefallene Termin ist bereits bezahlte Nachfrage.
Menschen: GesprächsführungWird der Bedarf ermittelt, bevor ein Angebot entsteht?Begleitete Gespräche, Aufzeichnungen mit Einwilligung, AngebotsinhalteHier entscheidet sich, ob eine passende Chance gewonnen wird.
Menschen: EinwändeWelche Einwände kehren wieder, und wie wird geantwortet?Verlustgründe, Einwandliste des TeamsWiederkehrende Einwände zeigen Lücken im Angebot oder im Training.
Prozesse: NachfassenHat jede offene Chance einen datierten nächsten Schritt?Offene Angebote ohne Folgetermin, Alter der ChancenChancen ohne nächsten Schritt veralten still im CRM.
Daten und Steuerung: FührungsroutineWelche Zahl bespricht die Führung jede Woche, und was folgt daraus?Agenda und Berichte der VerkaufsbesprechungGesteuert wird, was regelmässig besprochen wird.

So wird aus der Checkliste ein Befund.

Jeder Prüfpunkt erhält eine Bewertung der Beleglage: belegt, plausibel oder offen. Danach werden die Engpässe nach wirtschaftlicher Wirkung, Aufwand und Risiko verglichen. Priorisiert wird ein Engpass, nicht zehn gleichzeitig. Für ihn werden Zielkennzahl, Messfenster und eine Stopp- oder Weiter-Regel festgelegt, bevor der Eingriff beginnt.

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Arbeitsprodukt

Was die Diagnose liefert und was nicht.

Die Diagnose ist ein bezahlter, begrenzter Auftrag und eigenständig nutzbar. Über eine Umsetzung entscheiden Sie danach separat.

Die Diagnose als Mandat →
Systemkarte und Ausgangsbasis
Ein gemeinsames Bild der Verkaufsorganisation mit bewerteten Datenquellen und offenen Lücken.
Priorisierter Engpass
Eine begründete Ursachenlogik mit wirtschaftlicher Einordnung und den geprüften Gegenerklärungen.
90-Tage-Roadmap
Nächste Schritte, Verantwortliche, Zielkennzahl und Messfenster.
Keine Vollanalyse von allem
Eine Diagnose bewertet nicht jede Kleinigkeit gleich gründlich. Sie konzentriert sich auf das, was die nächste Entscheidung trägt.

Aus der Praxis

Zwei Engpässe, zwei verschiedene Ansatzpunkte.

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